1. September 20255 Minutes

Wie der US-Dollar die globalen Wechselkurse beeinflusst

Währungen gibt es viele, aber nur eine Leitwährung: Die Dominanz des US-Dollars prägt den globalen Devisenhandel auf besondere Weise. In seiner aktuellen Analyse untersucht Pascal Kielkopf, wie sich Veränderungen im Wechselkurs zwischen Euro und US-Dollar auch in anderen Währungen widerspiegeln – und welche davon besonders eng mit dem Dollar laufen.

Quelle: LSEG, HQ Trust Research

Im Zentrum der Untersuchung des Kapitalmarktanalysten von HQ Trust steht die Rolle des US-Dollars als sogenannte „vehicle currency“. Darunter versteht man eine Leitwährung, über die ein Großteil des weltweiten Zahlungsverkehrs abgewickelt wird – selbst wenn die beteiligten Länder und Unternehmen nicht direkt mit den USA handeln.

Viele Transaktionen, die eigentlich zwischen anderen Währungen stattfinden, werden zunächst in US-Dollar konvertiert und dann weitergetauscht. Das führt dazu, dass Schwankungen des US-Dollar auch für andere Währungen spürbar werden. Die Analyse von Pascal Kielkopf umfasst 32 Währungen und einen Zeitraum von rund zehn Jahren.

Wie korrelieren die Wechselkurse?

  • „Globale Währungen wie der japanische Yen, das britische Pfund, der Schweizer Franken und der australische Dollar zeigen eine relativ geringe Korrelation zum EUR/USD-Wechselkurs.“
  • „Das liegt daran, dass diese Währungen eine hohe Eigenständigkeit und Konvertibilität besitzen – und oft direkt gegeneinander gehandelt werden, ohne Umweg über den US-Dollar.“
  • „Ganz anders sieht das bei vielen asiatischen Währungen aus, die zum Euro eine hohe Korrelation aufweisen, und zwar fast im Gleichlauf mit dem EUR/USD-Wechselkurs.“
  • „Das bedeutet, dass sich beispielsweise der Kurs des thailändischen Baht oder des südkoreanischen Won aus Euro-Perspektive häufig ähnlich bewegt wie der Dollar.“

Besonders deutlich zeigt sich dieser Effekt bei Währungen, die fest an den US-Dollar gebunden sind – dem sogenannten „Peg“. Dabei wird der Wechselkurs von der jeweiligen Zentralbank aktiv stabilisiert, sodass die Währung praktisch im Gleichlauf mit dem Dollar verläuft.

  • „Beispiele hierfür sind der Hongkong-Dollar, der jordanische Dinar oder die Währungen der Golfstaaten.“
  • „Dass sich diese Währungen fast eins zu eins mit dem US-Dollar bewegen, ist zwar wenig überraschend – vielen Anlegern ist dieser Zusammenhang aber nicht immer bewusst.“

Innerhalb Europas zeigt sich ein anderes Bild

  • „Einige osteuropäische Währungen wie der ungarische Forint, der polnische Złoty und die Tschechische Krone sind, sogar negativ mit dem EUR/USD-Wechselkurs korreliert.“
  • „Hier übernimmt der Euro die Rolle der vehicle currency – und die Entwicklung dieser Währungen läuft somit häufig gegenläufig zum Dollar.“

Worauf Anlegerinnen und Anleger achten sollten

  • „Vor allem die Währungen der asiatischen Schwellenländer weisen zwar eine besonders enge Korrelation zum US-Dollar auf, ihr Gewicht in globalen Portfolios ist jedoch in der Regel gering.“
  • „Zudem profitieren die dortigen Aktienmärkte häufig von einem schwächeren Dollar – unter anderem durch leichtere Kapitalzuflüsse und eine Entlastung bei in US-Dollar denominierten Schulden.“
  • „Damit gleichen sich für Euro-Investoren die Währungseffekte vielfach wieder aus, sodass ein global diversifiziertes Portfolio auch unter dem Einfluss der Dollar-Dominanz ausgewogen bleibt.“
  • „Dies belegt auch das laufende Jahr: Trotz schwächerem US-Dollar konnte man mit Schwellenländeraktien in Euro starke Kursgewinne erzielen.“
  • „Gleichzeitig gilt: Korrelationen sind nicht statisch, sondern können sich über die Zeit verändern – was zusätzliche Komplexität mit sich bringt, da es bei Wechselkursen um relative Bewegungen geht, nicht um absolute Preisniveaus wie bei Aktien oder Anleihen.“

Bitte beachten Sie: Die Vermögensanlage an den Kapitalmärkten ist mit Risiken verbunden und kann im Extremfall zum Verlust des gesamten eingesetzten Kapitals führen. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein Indikator für die Wertentwicklung in der Zukunft. Auch Prognosen haben keine verlässliche Aussagekraft für künftige Wertentwicklungen. Die Darstellung ist keine Anlage-, Rechts- und/oder Steuerberatung. Alle Inhalte auf unserer Webseite dienen lediglich der Information. 

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