
US-Dollar runter, Aktien rauf

Was macht der US-Aktienmarkt, wenn der Dollar schwächelt? Eine Auswertung seit Einführung des Euro zeigt: Eine deutliche Abwertung des US-Dollars gegenüber dem Euro war in der Vergangenheit kein schlechtes Omen für den S&P 500. Laut der Analyse von Shijiao You war genau das Gegenteil der Fall .
Quelle: HQ Trust Research.
Die Analystin aus dem Bereich Strategische Asset Allokation von HQ Trust betrachtet in ihrer Untersuchung den Verlauf des EUR/USD-Wechselkurses sowie die Wertentwicklung des S&P 500 (in USD) seit der Euro-Einführung.
Basierend auf rollierenden Zwei-Jahres-Fenstern identifizierte Shijiao You alle Zeiträume, in denen der US-Dollar gegenüber dem Euro um mehr als 10 % zurückging. Bei allen zehn Phasen ermittelte sie anschließend die jeweilige kumulierte Performance des S&P 500 in US-Dollar. Der Zeitraum der Analyse umfasst mehr als 23 Jahre: vom 1. Januar 2002 bis zum 15. Juli 2025.
- „Seit der Euro-Einführung gab es zehn Phasen, in denen der US-Dollar gegenüber dem Euro um mehr als 10 % abwertete.“
- „In allen zehn Phasen verzeichnete der S&P 500 in USD eine positive Rendite.“
- „Der durchschnittliche Verlust des US-Dollars betrug rund 17 % p.a., gleichzeitig stieg der S&P 500 in USD im Schnitt um 27 % p.a.“
- „Zur stärksten untersuchten Rallye des S&P 500 kam es zwischen Mitte März und Ende Dezember 2020: Dort wertete der US-Dollar gegenüber dem Euro um rund 13 % ab – und der S&P 500 legte um 63 % zu.“
Selbst in den beiden längsten und stärksten Dollar-Abwertungsphasen konnte der US-Aktienindex zulegen:
- „Zwischen Januar 2002 und Januar 2004 rutschte der Greenback gegenüber dem Euro um 33 % ab. Der S&P 500 legte aber um 2 % zu.“
- „Ebenfalls rund zwei Jahre dauerte die Phase zwischen März 2006 und März 2008, in der der Dollar um rund 24 % abwertete. Hier gewann der US-Aktienindex 5 % hinzu.“
So war es in der jüngsten Vergangenheit:
- „Die jüngste Abwertungsphase des US-Dollar trat zwischen Januar und Juli 2025 auf. Ausgelöst wurde sie durch geldpolitische Divergenz, politische Unsicherheiten und nachlassende Nachfrage nach dem Dollar.“
- „Trotz eines Rückgangs des US-Dollars um 13 % verzeichnete der S&P 500 auch in diesem Zeitraum eine positive Entwicklung von 7 %.“
Shijiao Yous Fazit:
- „In Zeiten nachlassender Dollar-Stärke – etwa aufgrund geldpolitischer Lockerung, fiskalischer Risiken oder globaler Umschichtung – entwickelten sich die US-Aktienmärkte dennoch robust.“
- „Seit 2002 wurde jede Phase mit einer starken Abwertung des US-Dollars gegenüber dem Euro von einem positiven Kursverlauf des S&P 500 (in USD) begleitet.“
- „Dabei hat der S&P in sechs von zehn Fällen deutlich mehr gewonnen als der Dollar verloren.“
