24. August 20263 Minutes

Mythos Jackson Hole: Was das Notenbank-Treffen für Anleger bedeutet

Einmal im Jahr schaut die gesamte Finanzwelt für drei Tage nach Wyoming. In Jackson Hole treffen sich die wichtigsten Notenbanker der Welt, allen voran der Fed-Vorsitzende, dessen Rede regelmäßig für Schlagzeilen sorgt. Wer aber erwartet, dass ein derart prominent besetztes Treffen auch die Märkte kräftig durchschüttelt, wird von den Daten überrascht. Im historischen Schnitt ist Jackson Hole für Aktien, Gold und Zinsen ein erstaunlich unspektakuläres Ereignis.

Zeitraum: 15.08.1978 – 22.09.2025; Quelle : LSEG, MSCI, HQ Trust Research

Sebastian Dörr, Kapitalmarktstratege beim Family Office HQ Trust, hat sich angeschaut, wie sich der S&P 500, der Goldpreis und die zweijährigen US-Zinsen jeweils fünf Handelstage vor und nach dem Jackson Hole Meeting entwickelt haben. Die Federal Reserve Bank of Kansas City richtet das Symposium seit 1978 aus, seit 1981 findet es in Jackson Hole statt. In seiner Untersuchung analysiert der Kapitalmarktstratege sämtliche Termine seit 1978 und zeigt die Bandbreite der Bewegungen für alle drei Anlageklassen.

Die wesentlichen Ergebnisse

  • „Im Mittel verlor der S&P 500 in der Woche vor dem Meeting 0,78 %, in der Woche danach stieg er um 0,87 %. Über beide Phasen hinweg gleichen sich die Bewegungen also weitgehend aus.“
  • „Bei Gold und den zweijährigen US-Zinsen fielen die durchschnittlichen Ausschläge noch geringer aus. Der Goldpreis bewegte sich vor wie nach dem Treffen um jeweils 0,26 %, die Zinsen praktisch gar nicht.“
  • „Nach dem Meeting ist die Schwankungsbreite an den Märkten etwas größer als davor. Das passt zu einem bekannten Muster bei geldpolitischen Großereignissen: Vorher wird abgewartet und Risiko reduziert, danach wird auf Basis des Gesagten tatsächlich gehandelt.“
  • „Die Bandbreite der einzelnen Jahre ist aber deutlich größer als der Mittelwert vermuten lässt. In einzelnen Jahren kam es insbesondere beim S&P 500 zu größeren Ausschlägen.“
  • „Allerdings lassen sich die größeren Bewegungen in der Historie fast immer auf zeitgleiche externe Schocks zurückführen, nicht auf das Treffen selbst. Die Ausnahme bildet 2022 als Powell in seiner Rede ungewöhnlich direkt vor den mit einer restriktiven Geldpolitik verbundenen „Schmerzen“ warnte. In diesem Jahr wurde die Fed-Kommunikation selbst zum Markttreiber.“

Was Anlegerinnen und Anleger aus der Analyse lernen können

  • „Investoren sollten bei Großereignissen wie Jackson Hole einen kühlen Kopf bewahren.“
  • „Das Treffen der Notenbanker liefert zwar wichtige Orientierungspunkte für die langfristige Geldpolitik, taugt aber selten als Anlass für kurzfristige hektische Umschichtungen im Portfolio.“
  • „Wer breit diversifiziert aufgestellt ist, kann gelassen abwarten, bis sich der erste Rauch nach den Reden wieder verzogen hat.“

Bitte beachten Sie: Die Vermögensanlage an den Kapitalmärkten ist mit Risiken verbunden und kann im Extremfall zum Verlust des gesamten eingesetzten Kapitals führen. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein Indikator für die Wertentwicklung in der Zukunft. Auch Prognosen haben keine verlässliche Aussagekraft für künftige Wertentwicklungen. Die Darstellung ist keine Anlage-, Rechts- und/oder Steuerberatung. Alle Inhalte auf unserer Webseite dienen lediglich der Information. 

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