17. November 20255 Minutes

Kurz vs. lang: So unterscheiden sich die Renditen von Euro-Staatsanleihen

Viele Anleger fürchten lange Laufzeiten bei Anleihen – zu groß scheint das Risiko von Kursverlusten bei steigenden Zinsen. Doch Jan Tachtlers Blick in die Vergangenheit zeigt: Geduld zahlt sich aus. Wer länger investiert, hat im Schnitt nicht nur mehr verdient, sondern im Schnitt auch weniger Schwankungen erlebt.

Zeitraum: 31.12.1999 –31.10.2025. Quelle: Bloomberg, HQ Trust Research.

In seiner Untersuchung analysiert der Fondsselektor von HQ Trust die durchschnittlichen Gesamterträge (Total Return) von Euro-Staatsanleihen verschiedener Laufzeiten. Im ersten Schritt vergleicht Jan Tachtler fünf Laufzeitklassen, die von ein bis drei Jahren über fünf bis sieben bis hin zu Anleihen mit mehr als zehn Jahren Restlaufzeit reichen. Darüber hinaus zeigt Jan Tachtlers Auswertung die Bandbreite der Ergebnisse – also die Spanne zwischen dem schlechtesten und dem besten Ertrag im jeweiligen Zeitraum.

Die Analyse betrachtet zudem zwei typische Haltedauern: Im ersten Fall hält der Investor die Bonds, beziehungsweise den zugrundeliegenden Index, ein Jahr, im zweiten Fall fünf Jahre. Hier sind die Werte annualisiert und zeigen die durchschnittliche Jahresrendite über fünf Jahre. Deshalb wirken sie niedriger als die einjährigen Renditen, obwohl die Gesamterträge über fünf Jahre deutlich höher sind. Beispiel: 4,97 % p.a. über fünf Jahre bedeutet insgesamt rund 27 % Zuwachs. Der untersuchte Zeitraum umfasst rund 25 Jahre – von Ende 1999 bis Oktober 2025.

  • „Je länger die Laufzeit, desto höher war bei Anleihen in der Vergangenheit der durchschnittliche Ertrag.“
  • Bei einer einjährigen Haltedauer erzielten Investoren mit Kurzläufern – Anleihen mit einer Restlaufzeit von ein bis drei Jahren – im Schnitt einen Ertrag 2,19 % p.a.“
  • „Bei Bonds mit einer Laufzeit von fünf bis sieben Jahren lag der Ertrag im Schnitt bereits bei 3,72 %. Langläufer mit mehr als zehn Jahren Restlaufzeit brachten Anlegern im Mittel sogar 4,98 % p.a.“

Die Haltedauer ist entscheidend für die Schwankungsbreite:

  • „Allerdings nahmen mit der steigenden Laufzeit der Anleihen auch die Schwankungen zu: Bei nur einem Jahr Haltedauer schwankten die Erträge von Langläufern zwischen minus 32 % und plus 34 %.“
  • „Wer jedoch fünf Jahre durchhielt, erlebte deutlich geringere Ausschläge: Die Spanne lag hier nur noch zwischen minus 7 % p.a. und plus 14 % p.a..“
  • „Das gilt auch für die anderen Laufzeiten: Bei Anleihen mit einer Restlaufzeit von fünf bis sieben Jahren reduzierte sich die Schwankungsbreite von minus 13 % bis plus 16 % (ein Jahr Haltedauer) auf minus 1 % p.a. bis plus 8 % p.a. (fünf Jahre Haltedauer).
  • „Die annualisierten Durchschnittserträge fallen bei fünf Jahren niedriger aus als bei einem Jahr, da extreme Ausschläge über die längere Periode geglättet werden und unterschiedliche Marktphasen einfließen.“

Was Jan Tachtler Anlegerinnen und Anlegern rät:

  • „Wer einen längeren Anlagehorizont hat, sollte langlaufende Anleihen nicht grundsätzlich meiden: Langläufer bringen im Durchschnitt höhere Erträge als Kurzläufer – und zwar über verschiedene Marktphasen hinweg.“
  • „Die oft gefürchtete Volatilität von Langläufern relativiert sich deutlich, wenn man die Anleihen nicht nach einem Jahr verkauft, sondern mehrere Jahre hält. Zeit ist bei Anleihen ein wichtiger Stabilisator.“
  • „Anleger sollten jedoch nicht vergessen: Diese Durchschnittswerte gelten für normale Zinsumfelder. Bei einer inversen Zinskurve, wenn die kurzfristigen Zinsen höher sind als die langfristigen, kann die Rechnung anders aussehen.“
  • „Und natürlich gibt es bei Anleihen auch keine Gewinngarantie: Auch bei fünf Jahren Laufzeit kann am Ende ein Minus herauskommen.“
  • „Wer noch sicherer aufgestellt sein möchte, kombiniert verschiedene Laufzeiten im Portfolio. So profitiert man sowohl von der Flexibilität kurzer Laufzeiten als auch von den höheren Erträgen längerer Papiere.“

Bitte beachten Sie: Die Vermögensanlage an den Kapitalmärkten ist mit Risiken verbunden und kann im Extremfall zum Verlust des gesamten eingesetzten Kapitals führen. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein Indikator für die Wertentwicklung in der Zukunft. Auch Prognosen haben keine verlässliche Aussagekraft für künftige Wertentwicklungen. Die Darstellung ist keine Anlage-, Rechts- und/oder Steuerberatung. Alle Inhalte auf unserer Webseite dienen lediglich der Information. 

Newsletter

Mit dem Newsletter von HQ Trust erhalten Sie jeden Monat wichtige Informationen zu den Kapitalmärkten und erfahren Wissenswertes rund um die Themenbereiche Family Office, Alternative Investments und Vermögensverwaltung.

Bad Homburg
Am Pilgerrain 17
61352 Bad Homburg v. d. Höhe

Ihr Weg zu uns

+49 6172 402 850
kontakt@hqtrust.de

Düsseldorf
Kaistraße 8
40221 Düsseldorf

Ihr Weg zu uns

+49 211 311 979 0
kontakt@hqtrust.de

Berlin

Kurfürstendamm 15
10719 Berlin

Ihr Weg zu uns

+49 30 220 131 161
kontakt@hqtrust.de