7. Juli 20254 Minutes

Fallender Ölpreis, steigende Aktienkurse?

Auf den ersten Blick wirken sinkende Ölpreise wie ein Warnsignal für die Weltwirtschaft. Doch die Analyse von Pascal Kielkopf zeigt: Rückschläge beim Ölpreis waren in den vergangenen 50 Jahren oft ein guter Einstiegszeitpunkt für Aktieninvestoren.

Quelle: LSEG, HQ Trust Research

Der Kapitalmarktanalyst von HQ Trust ermittelte den Zusammenhang zwischen einer Veränderung des Ölpreises und der zukünftigen Entwicklung des Aktienindex S&P 500. Dazu teilte Pascal Kielkopf die jährlichen Renditen des Ölpreises der Sorte Brent seit dem Jahr 1971 in zehn gleich große Bereiche, sogenannte Dezile ein. Aufgrund der monatlich rollierenden Betrachtung umfasst ein solches Dezil 64 Zeiträume. Diese setzt der Experte in Relation zur durchschnittlichen Rendite des US-Aktienindex in den darauffolgenden zwölf Monaten.

  • „In der Vergangenheit waren Zeiten mit fallenden Ölpreisen ein guter Einstiegszeitpunkt für Aktien.“
  • „Im schwächsten Dezil, wenn der Ölpreis auf Jahressicht mehr als 29,3 % nachgab, legten die US-Aktien am stärksten zu. In diesen Fällen stieg der S&P 500 im Schnitt um 19 %.“
  • „Verlor Brent – wie aktuell – zwischen 14,0 und 29,3 % lag das Plus des Aktienindex im Mittel bei 15 %.“
  • „Beides liegt deutlich über dem langfristigen Durchschnitt: Im Mittel hätten Anleger mit einem Index-Investment in den S&P 500 in zwölf Monaten ein Plus von 10 % p.a. erwirtschaftet.“

Allerdings gilt im betrachteten Zeitraum, der mehr als 50 Jahre umfasst, auch der umgekehrte Schluss:

  • „Je stärker der Anstieg beim Ölpreis ausfiel, desto schlechter war das in der Vergangenheit für Aktienanleger.“
  • „Legte Brent-Öl auf Jahressicht zwischen 41,3 und 62,7 % zu, gewann der S&P 500 in den darauffolgenden zwölf Monaten im Schnitt nur 5 %.“
  • „Auch beim größten Ölplus, einem Zuwachs von mehr als 62,8 %, lag die Aktienrendite von 6 % deutlich unter dem langjährigen Schnitt des S&P 500.“
  • „Die gute Nachricht für Anlegerinnen und Anleger ist aber, dass die Aktien im Mittel auch in diesen Zeiträumen an Wert gewannen.“

Zu den Hintergründen sagt Pascal Kielkopf:

  • „Da Öl immer noch als einer der wichtigsten Inputfaktoren in der globalen Produktion und Logistik gilt, führen sinkende Ölpreise zu niedrigeren Produktions- und Transportkosten – insbesondere für energieintensive Branchen – was sich positiv auf deren Gewinnmargen auswirkt.“
  • „Günstigere Energiepreise wirken wie ein Konjunkturprogramm: Verbraucher haben mehr Geld zur Verfügung, das sie für Konsum ausgeben können – das stützt das Wirtschaftswachstum und kann die Börsen antreiben.“
  • „Allerdings hat eine abnehmende Dynamik in der Weltwirtschaft meist auch erst zu den sinkenden Ölpreisen geführt, wobei auch die Aktienkurse unter Druck gerieten und dann wieder ein günstiger Einstieg möglich ist.“

Bitte beachten Sie: Die Vermögensanlage an den Kapitalmärkten ist mit Risiken verbunden und kann im Extremfall zum Verlust des gesamten eingesetzten Kapitals führen. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein Indikator für die Wertentwicklung in der Zukunft. Auch Prognosen haben keine verlässliche Aussagekraft für künftige Wertentwicklungen. Die Darstellung ist keine Anlage-, Rechts- und/oder Steuerberatung. Alle Inhalte auf unserer Webseite dienen lediglich der Information. 

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