
Starke Börsen, schwache Währungen: Was Anleger 2025 erlebten

Auf den ersten Blick wirkt das Börsenjahr 2025 solide. Der Weltaktienindex MSCI ACWI legte aus Sicht eines Euro-Anlegers um gut 8 % zu. Und dennoch fiel die Rendite für europäische Investoren magerer aus als erhofft. Wer verstehen will, wie aus zweistelligen Kursgewinnen am Ende eine einstellige Rendite wurde, muss genau hinschauen.
Zeitraum: 31.12.2024 – 31.12.2025 | Quelle: LSEG, HQ Trust Research.
Für seine Untersuchung zerlegte Sebastian Dörr, Kapitalmarktanalyst von HQ Trust, die Jahresrendite des MSCI All Country World Index (ACWI) in ihre Einzelteile. Zum einen nach Regionen und Währungen: Welcher Teil der Rendite kam aus Nordamerika, aus Europa, dem Pazifikraum und den Emerging Markets – und welchen Einfluss hatten Wechselkurse? Zum anderen nach Sektoren: Welche Branchen trugen 2025 am meisten zur Wertentwicklung bei, welche bremsten die Anlegerportfolios aus?
- „Mit einem Plus von 12,7 % dominierte die Region Nordamerika einmal mehr die Wertentwicklung: Hoch gewichtete Aktien aus den USA und Kanada waren auch 2025 die mit Abstand stärkste Triebfeder der globalen Aktienmärkte.“
- „Aus Sicht eines Euro-Anlegers machte der schwache US-Dollar einen großen Teil der Aktiengewinne allerdings wieder zunichte. Aus 12,7 % Zuwachs wurden magere 3,1 %.“
- „Im Vergleich zur starken US-Performance blieben für die anderen Regionen erneut nur Nebenrollen. Die Schwellenländer kamen auf ein Plus von 3,2 %, Europa auf 2,9 % und die Pazifikregion auf 1,5 %.“
- „Berücksichtigt man die Währung schnitten alle Regionen noch etwas schlechter ab. Insbesondere in den Emerging Markets und der Pazifikregion fraßen Währungsverluste einen guten Teil der Rendite auf.“
Bei den Sektoren war Technologie erneut Spitzenreiter:
- „Im Sektorvergleich lieferte Technologie mit 3,0 Prozent erneut den größten Beitrag zur Gesamtrendite des MSCI ACWI.“
- „Auch der Finanzsektor (2,4 Prozent), Kommunikation (1,4 Prozent) und Industrie (1,1 Prozent) trugen dazu positiv bei.“
- „Die defensiven Sektoren schwächelten dagegen: Zyklischer Konsum, Basiskonsumgüter und Immobilien belasteten die Performance mit negativen Beiträgen.“
Und wie sah es in Deutschland aus?
- „Der Blick auf die Sektoren, die den DAX angetrieben haben, fällt recht einseitig aus: Die Aktien aus dem Bereich Industrie standen mit einem Anteil von 52 % für mehr als die Hälfte des Indexzuwachses.“
- „Dahinter folgen der Finanzsektor mit 34 % und die Versorger, die noch für knapp 7 % des DAX-Gewinns verantwortlich waren.“
- „7 der 40 DAX-Aktien standen für 76 % der Rendite: Siemens Energy, Allianz, Rheinmetall, Siemens, Deutsche Bank, Airbus und die Commerzbank.
- „Rund die Hälfte der Aktien – 18 von 40 Titeln – trugen nichts zum Indexgewinn bei, weil die Papiere entweder auf der Stelle traten oder sogar im Minus landeten.“
Christian Subbe, Chief Investment Officer bei HQ Trust, fasst die Ergebnisse zusammen …
- „Die USA und Technologie hatten in 2025 wie erwartet die Nase vorn, aber eben nur in Lokalwährung – und das Timing war entscheidend.“
- „Anleger sollten im Blick behalten, dass sich Währungstrends schnell ändern können. Was heute Rendite kostet, kann morgen zum Gewinnbringer werden.“
- „Wer langfristig investiert und breit streut, mindert solche Schwankungen und erhöht die Chance auf stabilen Vermögensaufbau.“
… und blickt nach vorne:
- „Wir glauben weiter an die technologische Transformation: Investoren werden auch in 2026 nicht an US-Technologie vorbeikommen. Vermutlich wird es aber einen Favoritenwechsel geben und weitere Profiteure des Trends eher die Nase vorne haben.“
- „Ein positiver Rückenwind durch entsprechende fiskalische und monetäre Unterstützung bleibt erhalten.“
- „Die USA werden auch weiter für Steuerfeuer sorgen, so dass wir ein sehr wechselhaftes Jahr erwarten können.“
- „Eine breite Diversifikation über Regionen, Sektoren und Währungen hinweg bleibt unverzichtbar.“
