25. März 20269 Minutes

Alles über die RisingGen und die unterschätzte Kraft der Infrastruktur

Flughäfen, Rechenzentren, Pflegeheime – Infrastruktur prägt unser Leben jeden Tag. Morgens, wenn das Licht angeht. Abends, wenn die Daten fließen. Und trotzdem wird die Anlageklasse oft übersehen. Beim digitalen Frühjahrs-Event der HQ Trust RisingGen stand sie im Mittelpunkt.

Ein Donnerstagabend im März. Draußen wird es langsam dunkel, und wer sich den Termin in den vergangenen Wochen in den Kalender eingetragen hat, öffnet gerade seinen Laptop. Kein Konferenzraum, keine Namensschilder, keine Stehtische mit lauwarmen Häppchen. Stattdessen: ein Bildschirm, ein Experte, und eine Stunde, die zeigt, warum Infrastruktur als Anlageklasse weit mehr ist als Autobahnen und Amtsschimmel. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind jung, der Experte ist es auch.

Der Experte heißt Michel Caspary. Er hat vor einigen Jahren bei HQ Trust als Praktikant angefangen. Mittlerweile ist er zusammen mit einer Kollegin für die Bereiche Immobilien und Infrastruktur verantwortlich. Das erste Infrastrukturinvestment haben die beiden im Jahr 2019 ausgewählt. Und nun stellt er das Thema auf dem digitalen Frühjahrs-Event der HQT RisingGen vor: direkt, interaktiv, ohne Formeln und Fachchinesisch.

Was ist die RisingGen – und warum gibt es sie?

Wer bei HQ Trust von der RisingGen spricht, meint die nachfolgende Generation, oft aus Unternehmerfamilien. Junge Menschen, die eines Tages Verantwortung übernehmen werden: für Unternehmen, für Vermögen, für Entscheidungen, die Jahrzehnte prägen können. Für sie hat HQ Trust eine eigene Seminarreihe ins Leben gerufen, die genau das bietet, was anderswo oft fehlt. Einen Rahmen für Austausch auf Augenhöhe, zu Themen rund um Familie, Unternehmen, Gesellschaft und Vermögen.

Das Format gibt es in zwei Varianten. Im Frühjahr findet das digitale Event statt – das Web-Seminar, das Mitte März über die Bildschirme lief. Im Herbst folgt dann das Präsenzevent, bei dem die Gruppe zusammenkommt: mit Speaker-Impulsen, gemeinsamen Erlebnissen und dem Networking, das durch einen Videocall schlicht nicht zu ersetzen ist. Im vergangenen September etwa traf sich die Gruppe in den Tiroler Alpen. Unter dem Motto „Legacy and Future – Navigating International Opportunities“ erkundete sie gemeinsam die Highline 179, eine spektakuläre Fußgänger-Hängebrücke, nachdem man sich über Internationalisierungsstrategien, steuerliche Fragen und persönliche Unternehmenserfahrungen ausgetauscht hatte.

Aber dazu später mehr.

Der Abend: Infrastruktur neu gedacht

Unter dem Titel „Infrastructure – Where Long-Term Vision Meets Opportunity“ führte Michel – bei der RisingGen duzt man sich – die Teilnehmenden in die Welt einer Anlageklasse ein, die viele unterschätzen – obwohl sie unser aller Leben täglich prägt.

Sein Einstieg ist eine Frage in die Runde: „Was fällt euch ein, wenn ihr an Infrastruktur denkt?“ Die Antworten kamen schnell – Windparks, Solaranlagen, Autobahnen, PPP-Projekte. Ein guter Anfang. Denn genau hier beginnt das Umdenken.

Vier Sektoren, unzählige Möglichkeiten

HQ Trust unterscheidet bei Infrastrukturinvestments grundsätzlich vier Hauptbereiche:

Energie, Ver- und Entsorgung: von erneuerbaren Energien über Batteriespeicher bis hin zu Recycling und zirkulärer Wirtschaft. Denn ein Windrad erzeugt nur Strom, wenn Wind weht. Die Lösung? Energiespeicher – einer der am stärksten wachsenden Subsektoren der vergangenen Jahre.

Transport: Straßen, Flughäfen, Häfen, Bahnstrecken, Ladeinfrastruktur für Elektroautos. Klassische Infrastruktur, die sich mit dem Wandel der Zeit verändert: Mautstraßen werden weniger, Ladestationen mehr.

Digitale Infrastruktur: Funktürme, Glasfaser, Rechenzentren. Spätestens seit der Corona-Pandemie ist klar: ohne stabile digitale Infrastruktur läuft nichts. Der KI-Boom hat den Bedarf an Rechenzentren nochmals vervielfacht – und damit auch die Bewertungen. Erste Stimmen (auch in unserem Seminar) warnen bereits vor einer Blasenbildung. Zu Recht? Caspari bleibt nüchtern: Die großen Konzerne – Google, Microsoft, Nvidia – haben langfristige Ausbaupläne. Der Bedarf ist real. Entscheidend ist, das richtige Investment zu finden: gut gelegen, mit gesicherter Energieversorgung.

Sozialer Bereich: Pflegeeinrichtungen, Privatkliniken, Studentenwohnheime, private Universitätsnetzwerke. Ein Bereich, der gesellschaftlich hochrelevant ist, regulatorisch genau beobachtet wird – und, wenn richtig gemacht, bemerkenswert stabile Erträge liefern kann.

Warum jetzt? Der Staat kann die Lücke nicht schließen.

Michel zeigte eine Studie von Oxford Economics und McKinsey, die bis 2040 einen globalen Infrastrukturbedarf in der Größenordnung von etlichen Billionen US-Dollar prognostiziert – und eine erhebliche Lücke zwischen dem, was benötigt wird, und dem, was tatsächlich investiert wird.

Der Staat allein kann diese Lücke nicht schließen. Das zeigt auch das deutsche Beispiel: Beim beschlossenen Sondervermögen von 500 Milliarden Euro – gedacht für Modernisierung, Verkehrsinfrastruktur, Klimaneutralität – wurde in den Nachrichten thematisiert, dass ein Großteil der Mittel offenbar nicht zweckgemäß eingesetzt wurde. Für Michel ist das kein Einzelfall, sondern ein systemisches Problem: Private Investoren sind schlicht effizienter. Wenn sie investieren, passiert es – im richtigen Bereich, ohne jahrelange Verzögerungen.

Hinzu kommt: Infrastruktur schützt gegen Inflation. Die zugrundeliegenden Verträge – oft 15, 20, manchmal 25 Jahre lang – sind inflationsindexiert. Steigen die Kosten, steigen automatisch die Erträge. Das macht die Anlageklasse gerade in Zeiten wie diesen besonders attraktiv.

Konkret: Was steckt dahinter?

Drei Case Studies machten greifbar, was hinter den Zahlen steckt.

Ein Pflegeheim-Netzwerk mit vielen Einrichtungen für Menschen mit komplexem Pflegebedarf steht beispielhaft dafür, wie soziales Investieren und wirtschaftlicher Erfolg zusammenpassen können. Bei dem Beispiel für digitale Infrastruktur geht es um Rechenzentren. Entscheidend dabei: langfristige Mietverträge, die die Rendite über die gesamte Laufzeit absichern, unabhängig von Bewertungsschwankungen am Markt.

Und dann ist da noch ein Flughafen. Michel räumte lachend ein, dass er diesen Flughafen seitdem mit anderen Augen sieht: „Immer, wenn ich da reinkomme, finde ich es faszinierend, dass das einem Manager gehört – und unseren Kunden zu einem kleinen Teil auch.“

Ein Abend, der Fragen beantwortet

Was das Abendformat Mitte März auszeichnet – und was auch die Teilnehmerinnen und Teilnehmer vergangener Events immer wieder betonen Bei der RisingGen bleibt keine Frage offen. Dieses Mal wurde darüber diskutiert, ob Infrastruktur krisenfest ist (weitgehend ja, mit Ausnahmen wie dem Transportbereich während Covid – der sich danach aber schnell erholte). Ob der Iran-Konflikt Auswirkungen hat (Energieproduzenten profitieren kurzfristig von Ressourcenknappheit).

Wie ein Rechenzentrum bewertet wird (am besten über langfristige Cashflow-Betrachtung, nicht über spekulative Restwerte). Und warum HQ Trust lieber in bestehende Infrastruktur investiert als in Projektentwicklungen von der grünen Wiese – weil das Risiko überschaubarer ist und der Mehrertrag über Private Equity umgesetzt werden kann.

Der Herbst wartet: Montabaur, 6. bis 8. November

Wer das Abend-Format mochte, wird das Herbst-Event lieben. Denn dort passiert das, was digital schlicht nicht geht: Man trifft sich, tauscht sich aus, erlebt gemeinsam etwas.

Das nächste Präsenzevent der HQT RisingGen findet in Montabaur statt. Das Programm wird gerade ausgearbeitet. Was schon verraten werden kann: Es wird gut. Wie immer. Das RisingGen-Team ist mit voller Energie dabei, auch wie immer.

Also heißt es für die RisingGen: Datum vormerken. Und bis dahin vielleicht noch einmal nachdenken, was man kaufen würde, wenn man könnte. Eine Autobahn? Einen Flughafen? Ein Rechenzentrum? Die Antwort lautet: Ja. Alles davon. Nur eben gemeinsam, klug diversifiziert – und mit dem richtigen Partner an der Seite natürlich auch.

Bitte beachten Sie: Die Vermögensanlage an den Kapitalmärkten ist mit Risiken verbunden und kann im Extremfall zum Verlust des gesamten eingesetzten Kapitals führen. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein Indikator für die Wertentwicklung in der Zukunft. Auch Prognosen haben keine verlässliche Aussagekraft für künftige Wertentwicklungen. Die Darstellung ist keine Anlage-, Rechts- und/oder Steuerberatung. Alle Inhalte auf unserer Webseite dienen lediglich der Information. 

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