Obwohl Deutschland beim Wirtschaftswachstum in den letzten Jahren unter den Schlusslichtern notierte, erzielte der DAX immer wieder neue Rekorde. Viele vermuten, dass dies vor allem den Schwergewichten zu verdanken ist, die hierzulande kaum Umsatz machen. Ob es bei den DAX-Konzernen tatsächlich einen Zusammenhang zwischen Deutschlandgeschäft und Performance gab, hat Pascal Kielkopf berechnet.
Die These, dass ein höherer Umsatzanteil in Deutschland zu einer schlechteren Aktienperformance geführt hätte, lässt sich bei DAX und MDAX nicht belegen.
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Der Kapitalmarktanalyst von HQ Trust ermittelte für die 90 Unternehmen des DAX und MDAX deren jeweiligen Umsatzanteil in Deutschland im Jahr 2023. Diesem stellt Pascal Kielkopf die Aktienperformance inklusive der Dividenden im Jahr 2024 gegenüber. Anhand der Indexgewichte berechnete der Analyst auch die Werte für den DAX und den MDAX.
Wie fielen die Ergebnisse auf Indexebene aus?
- „Auf den ersten Blick scheint die Annahme zuzutreffen: Der DAX, dessen Unternehmen im Schnitt einen niedrigeren Deutschlandanteil haben als die des MDAX, entwickelte sich im Jahr 2024 deutlich besser als der Nebenwerteindex.“
- „Der deutsche Leitindex kam im vergangenen Jahr auf ein Plus von 18,9 %, wobei die 40 Unternehmen im Mittel 20 % ihres Umsatzes hierzulande erzielten.“
- „Der kleine Bruder, der MDAX, verlor im Jahr 2024 dagegen 6,5 % an Wert. Allerdings dürfte der Deutschlandanteil an den Umsätzen der Firmen geringer sein als viele Investoren annehmen: Mit 35 % betrug er kaum mehr als ein Drittel.“
Ein Blick auf die Unternehmensebene zeigt jedoch, dass es zwischen Deutschlandanteil und Aktienrenditen keinen messbaren Zusammenhang gibt:
- „Von den 25 Unternehmen, die einen niedrigeren Deutschlandanteil haben als der DAX, schnitten acht (32 %) besser ab als der Index. Unter diesen acht Aktien befanden sich mit Siemens Energy, SAP und MTU auch einige Highflyer.“
- „Schaut man auf die Firmen mit einem höheren Anteil inländischer Umsätze als der DAX war der Anteil der Outperformer mit rund 40 % allerdings noch höher.“
- „In diesem Fall liefen sechs von 15 Aktien besser als der DAX, darunter ebenfalls einige Highflyer: Rheinmetall, Zalando und die Commerzbank.“
Was können Anleger aus der Untersuchung lernen?
- „Auch wenn ein Vergleich von DAX und MDAX darauf hindeutet: Die These, dass ein höherer Umsatzanteil in Deutschland zu einer schlechteren Aktienperformance geführt hätte, lässt sich nicht belegen.“
- „Die Entwicklung einer Aktie hängt von vielen Faktoren ab. Beispielsweise von der Sektorzugehörigkeit, der Bewertung oder dem Management. In welchem Land die Umsätze erwirtschaftet worden sind, spielt dabei keine bestimmende Rolle.“
Eine Übersicht unserer Chart of the Week-Veröffentlichungen finden Sie hier.
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Quelle: LSEG, HQ Trust Research.